19. Dezember 2018

Ringvorlesung - Andocken 17

Revolution! Revolution? -Die Novemberrevolution 1918/19 in Hamburg und in Norddeutschland. Teil 2

Ab dem 21. November 2018, Mittwochs, Eintritt frei


Im zweiten Teil der Vorlesungsreihe leuchten Historikerinnen und Historiker das epochale Drama der Novemberrevolution von 1918/19 für Hamburg und Norddeutschland in einzelnen Aspekten aus, die zum Teil noch sehr jungen Forschungen entstammen. Durch die Auswahl der Beiträge werden Extreme thematisiert. Auf der politischen und gesellschaftlichen Bühne werden Vertreter der Elite des konservativen Bürgertums und der Wirtschaft Hamburgs in ihren Haltungen zur Revolution vorgestellt; sie werden kontrastiert mit der Vielstimmigkeit von Akteurinnen und Akteuren aus der Arbeiterschaft und aus der Mittelschicht. Träume, Pläne, Illusionen, Gegenstrategien, all dies fließt hier zusammen. Ebenso wird der Blick auf das Geschehen in der benachbarten Stadt Altona wie auf das im Umland Hamburgs ausgeweitet.

Straßenproteste auf der einen Seite, Untergangsstimmung auf der anderen, Versuche der konstruktiven Aufbaus einer demokratischen bis sozialistischen Gesellschaft, all dies ergibt ein Kaleidoskop von Eindrücken, die das Revolutionsgeschehen und die weitere Entwicklung Hamburgs bis in den Beginn der Weimarer Republik erhellen.

Manche festgefahrenen Vorstellungen geraten durch die neueren und neuesten Forschungen wieder in Fluss. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Geschichtsschreibung und für die Erinnerungskultur an die Revolution und an Weimar? Diese und andere Fragen möchten die Veranstalter mit dem Publikum diskutieren.

Programm

Mittwoch, 17. Oktober 2018, 18 - 20 Uhr
Die ungeliebte Weimarer Republik - die Novemberrevolution und die erste deutsche Demokratie in der Erinnerungskultur
Prof. em. Dr. Axel Schildt, Universität Hamburg

Mittwoch, 24. Oktober 2018, 16 - 17.30 Uhr
Lokale Ordnungen: Streiks, Straßenproteste und Gewaltkommunikation in Hamburg (1916-1923).
Prof. Dr. Klaus Weinhauer, Historiker, Fakultät für Geschichtswissenschaft Universität Bielefeld

Mittwoch, 14. November 2018, 16 - 17.30 Uhr
Das Ende Albert Ballins - das Ende einer Epoche?
Dr. Johanna Meyer-Lenz, FKGHH Hamburg Universität Hamburg

Mittwoch, 21. November 2018, 18 - 20 Uhr
Attentismus oder Kollaboration – Werner von Melle und der Umsturz 1918/19
Dr. Myriam Isabell Richter, Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung; FKGHH

Mittwoch, 28. November 2018, 18 - 20 Uhr
Die Entstehung der Hamburger Konsumentenkammer als Vorläuferorganisation der heutigen Verbraucherzentralen
Dr. Burchard Bösche, Mitglied des Vorstandes der Heinrich-Kaufmann-Stiftung Hamburger Genossenschafts-Museum

Mittwoch, 5. Dezember 2018, 18 - 20 Uhr
Selbstverwaltung und Sozialismus. Der Sozialdemokrat Carl Herz und die Revolution 1918/19 in Hamburg
Dr. Christian Hanke, Historiker, Journalist und Autor aus Hamburg

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 16 - 17.30 Uhr
Revolution, Aufstand, Protest: Zeitgemäße Vermittlungsformen in der historischen Bildungsarbeit zum Themenkomplex Ende des Ersten Weltkrieg
Dr. Nele Maya Fahnenbruck, Historikerin, Projektbeauftragte und Bildungsreferentin Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge eV, Landesgeschäftsstelle Hamburg

Mittwoch 19. Dezember 2018, 18 - 20 Uhr
Jüdische Aktivisten in der Revolution 1918/19 in allen drei Fraktionen der politischen Arbeiterbewegung in Hamburg
Prof. Dr. Ulrich Bauche, Universität Hamburg, Kulturhistoriker und Volkskundler, ehem. Hauptkustos am Museum für Hamburgische Geschichte

Mittwoch, 9. Januar 2019, 18 - 20 Uhr
Die Revolution im Großraum Hamburg
Dr. Ortwin Pelc, Museum für Hamburgische Geschichte, Kurator der Ausstellung Revolution! Revolution?

Mittwoch 16. Januar 2019, 18 - 20 Uhr
„Furchtbare Katastrophe“ – Kirche und Revolution
Prof. Dr. Dr. Rainer Hering, Universität Hamburg, Fakultät für Geisteswissenschaften, Fachbereich Geschichte

Mittwoch, 23. Januar 2019, 18 - 20 Uhr
Psychopathie und Revolution: die psychiatrische Begutachtung „revolutionärer Führer“. Nach der Novemberrevolution durch Hamburger Psychiater
Dr. Kai Sammet, UKE Institut für geschichte und Ethik der Medizin, Stellvertretender Direktor

Mittwoch 30. Januar 2019, 18 - 20 Uhr
Das Ende des Reichs in der Familie des Reichsgründers. Wahrnehmungen von Revolution und Republik bei den Bismarcks in Friedrichsruh
Dr. Ulf Morgenstern, Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh, Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Mittwoch, 6. Februar 2019, 18 - 20 Uhr
Altona in der Revolution 1918/19 – Aufbruch in die Kommunale Demokratie
Dr. Holmer Stahncke, Freier Historiker und Journalist

Mittwoch, 13. Februar 2019, 18 - 20 Uhr
Wie Hamburgerinnen und Hamburger die Revolution von 1918/19 erlebten. Individuelle Deutung in Selbstzeugnissen.
Prof. Dr. em. Franklin Kopitzsch, Universität Hamburg, Arbeitsstelle für Hamburgische Geschichte
Dr. Gunnar Zimmermann, Universität Hamburg, Arbeitsstelle für Universitätsgeschichte

Mittwoch, 20. Februar 2018, 18 - 20 Uhr
Wahlen und Wählerwanderungen in Hamburg zu Beginn der Weimarer Republik. Eine (statistische) Analyse der ersten drei demokratischen Urnengänge 1919 und 1920
Frank Omland, Freier Historiker, Dipl. Sozialpädagoge, Hamburg


Abbildung: Demonstration auf dem Hamburger Heiligengeistfeld am 24.11.1918